Radsport Sonneberg

Nach langer sorgfältiger Planung haben sich die Sonneberger Genussradler entschlossen, wieder mal auf große Fahrt zu gehen. Die guten Kontakte, die unser Dieter Hartleb noch zum ehemaligen Sonneberger Sportfreund Horst Steiner pflegt, kamen uns dabei zu Gute.
Horst Steiner, dessen jetziger Wohnsitz in der Nähe von Herrenberg ist, vermittelte uns ein Hotel in Herrenberg als Ausgangspunkt für unsere Unternehmungen in der Zeit vom 15.06 bis 18.06. 2016.
Die Anreise mit eigenen PKW’s erfolgte bei schönstem Wetter ohne besondere Probleme, jedoch waren einige in einen größeren Stau bei Würzburg geraten. Trotzdem waren alle gegen Mittag im Hotel Ramada  Herrenberg eingetroffen, das uns sogar einen leer stehenden Tagungsraum für die Unterbringung der Fahrräder anbot.
Um 14:00 Uhr trafen wir uns in der herrlichen Altstadt in der Altstadtbäckerei, einem kleinen Cafe,
zu einer ersten Beratung, was wir angesichts der inzwischen aufgezogenen etwas bedrohlichen Wetterlage unternehmen können.
Horst Steiner hatte einige interessante Vorschläge zu machen und auch immer für den Fall, dass das
Wetter nicht mitspielt, einen “Plan B” parat.
So unternahmen wir zunächst einen Altstadtbummel und später den Aufstieg zum Schlossberg, der an der wuchtigen Stadtkirche von Herrenberg vorbeiführt und mit rund 350 Stufen an einer Aussichtsplattform endet, von der man die ganze Stadt und die umliegende Landschaft bei ausgezeichneter klarer Sicht überschauen konnte.
Zum Abendessen führte uns Horst Steiner in die Clubgaststätte des Tennisclubs, der am Stadtrand liegt. Somit haben wir am ersten Tag statt Radeln eben einige Fußmärsche absolviert.
Während wir am ersten Tag noch Glück mit dem Wetter hatten, ging es am nächsten Morgen schon
mit dem ersten Regenschauer los.
Horst Steiner machte uns den Vorschlag, mit der S-Bahn nach Stuttgart-Untertürkheim zu fahren und das dortige Mercedes-Benz Museum zu besichtigen.
Das Museum wurde vor 10 Jahren als riesiger supermoderner Bau eröffnet und zeigt die gesamte Entwicklung des Automobilbaues vom ersten Auto über alle historischen Modelle von Daimler-Benz,
auch alle Nutzfahrzeuge, Busse, Rennsportmodelle bis zum allerneuesten PKW-Modell auf.
Begleitet dazu von unzähligen Fotos und Videovorführungen werden auch alle geschichtlichen Ereignisse im Zusammenhang mit der Automobil-Entwicklung dargestellt.
Von den wahren Schmuckstücken mancher historischer Modelle konnte man sich kaum trennen.
Wir nahmen dann unser Mittagessen etwas verspätet im Restaurant des Museums ein und fuhren
noch tief beeindruckt zurück nach Herrenberg.
Für den Abend hatte Horst Steiner auch schon vorgesorgt und uns einen Raum bei “Da Gino” in der
Altstadt reserviert, wo jeder nach seinem Wunsch aus der italienischen Küche sich was Gutes bestellen konnte.
Für den 3. Tag, den Freitag hatten wir uns fest vorgenommen, eine größere Tour zu unternehmen und das auch trotz einiger Zweifel angesichts des wechselhaften Wetters durchgesetzt.
Angeführt wiederum von Horst Steiner und begleitet von Heinz Lutz als Schlussmann ging es zunächst um Uhr die Straße hinauf zum Schlossberg mit 16 Sonnebergern Genussradlern, wobei den Frauen ein zeitlicher Vorsprung gewährt wurde. Weitere 5 Teilnehmer der Reise zogen es vor, mit dem Zug nach Tübingen zu fahren, das auch unser Fernziel war.
Unsere Fahrt führte vom Herrnberger Schlossberg dann stets durch den Naturpark Schönbuch, einem
herrlichen Waldgebiet mit vielen Wanderwegen.
Unser Route ging entlang dem Goldersbach, der am Anfang nur ein kleines Bächlein war, aber zum Schluss zu einem Fluss anwuchs. Nach langer Fahrt durch unberührte Natur erreichten wird den Ort Bebenhausen, wo wir das dortige Schlossmuseum und das Kloster besichtigten.
Weil finstere Wolken uns bedrohten, machten wir uns schnell wieder auf den Weg und erreichten gerade noch rechtzeitig die Goldersbach-Klause, wo wir zu Mittag Einkehr hielten.
Ein kurzes heftiges Gewitter erlebten wir in der gemütlichen Wanderklause bei schwäbischen Spezialitäten ohne nass zu werden.
Weiter ging es in Richtung Tübingen wieder bei schönem Wetter, wo wir nach etwa 25 km den Neckar erreichten. Die einmal geplante Fahrt mit den Stocherkähnen musste sowieso ausfallen, weil diese voller Wasser standen. Wir durchquerten die Stadt und die historische Altstadt ohne größeren Aufenthalt, zumal der Pannenteufel auch wieder mal zuschlug. Mittels Sprühschaum wurde das
Loch im Schlauch notdürftig abgedichtet. An dieser Stelle möchte ich unseren Begleitern Horst Steiner und seinem Nufringer Radlerkollegen Heinz Lutz ein Lob aussprechen zu Ihrer Hilfsbereitschaft bei
manchem kleinen Problemchen, das immer mal auftrat.
Nach weiteren ca. 25 km auf guten Radwegen erreichten wir Herrenberg bei schönem Wetter.
Für den Abend hat sich Horst Steiner ein besonderes Schmankerl ausgedacht – mit mehreren
Fahrgemeinschaften ging es über Land nach Holzbrunn, wo wir im “Krabbanescht” (Krähennest),
einer urigen Gaststätte, einer ehemaligen Scheune, die Spezialitäten des Schwabenlandes genießen
konnten.
Am nächsten Tag, dem Abreisetag, besuchten einige noch die Ritter-Schokoladenfabrik auf Empfehlung von Horst Steiner.
Die Heimfahrt über ca. 330 km war wiederum bei schönstem Wetter und die Genussradler sind wieder um ein schönes Erlebnis reicher.

Sonneberg, 26.06.2016
Hans-Jürgen Eckert