Nachdem nun die Saison unaufhaltsam zu Ende ging und schon die ersten Aktivitäten in der Turnhalle angelaufen sind, möchten wir uns doch gerne an unsere zahlreichen Ausfahrten erinnern. Da wir eine lang anhaltende Schönwetterperiode hatten und es kaum Ausfälle wegen schlechtem Wetter gab, haben wir etwa 15 Ausfahrten mit je durchschnittlich 40 km durchführen können. Besonders ist der diesjährige Höhepunkt der Saison zu erwähnen, nämlich die 4-Tage-Fahrt nach Meißen, auf die wir mit vielen schönen Erinnerungen an die Ausflüge nach Dresden, Radebeul, Weinböhla und natürlich auch mit einer Stadtführung zur Albrechtsburg in Meißen zurückblicken können. Eine der letzten großen Touren, die wir noch im August durchführen konnten, war die am Fahrt vom 29.08., von der ich heute als Kostprobe unserer Unternehmungen berichten möchte. Vielleicht fühlt sich manche jung gebliebene Rentnerin oder rüstiger Rentner angeregt, im nächsten Jahr bei unserem jeweils donnerstags stattfindenden Treff am Stadion mitzumachen. Beim Sonneberger Radsportverein wären die Interessenten sicher willkommen. Nun zu unserer letzten größeren Tour: Start war um 10:00 Uhr am Bahnhof Sonneberg, wo wir zu sechst mit unseren Rädern den Zug in Richtung Neuhaus bestiegen. Am Bahnhof Ernstthal am Rennsteig verließen wir den Zug, warteten noch einen kurzen Regenschauer ab und los ging die Fahrt durch Ernstthal in Richtung Piesau. Bald hatten wird den Rennsteig erreicht und gelangten an den Griffelschieferbrüchen vorbei nach etwa 6 km zum Gasthof Brand. Nach einem Blick auf die dort aufgestellten Wanderkarten machte uns Frank Laaser, der die Gruppe führte, auf ein interessantes Ziel aufmerksam, welches als Teufelskanzel bezeichnet wird und im „FW“ schon einmal in der Rubrik „Südthüringens schönste Aussichten“ erschien. Schade, dass sich nur die Hälfte der Gruppe sich dafür entschied, dieses Zwischenziel anzusteuern, während die übrigen Teilnehmer gleich in Richtung Spechtsbrunn weiter fuhren. Der kurze Abstecher in Richtung Piesau lohnte sich auf jeden Fall, bald schon zweigte ein Feldweg von der Landstraße rechts ab, wo mehrere Wanderziele auf den dortigen Schildern angezeigt wurden. Die Stelle selbst, wo wir uns weiter orientierten, wurde kurioserweise mit „An der Ukraine“ bezeichnet. In Richtung unseres Zieles zeigten 2 Schilder, einmal zum Aussichtspunkt Schlossblick in 300 m und das andere mit der Aufschrift „Schutzhütte Teufelskanzel“. Tatsächlich erreichten wir nach kurzer Fahrt eine vorspringende Felsplatte, den sogenannten Schlossblick, der uns einen herrlichen Ausblick in ein tief eingeschnittenes Tal gewährte. Von einem Schloss war allerdings nichts mehr zu erkennen. Nur noch wenige Meter weiter auf dem schmalen Waldweg waren wir dann an der Schutzhütte „Teufelskanzel“ angelangt. Vor der Schutzhütte ragte wiederum eine blanke Felsplatte über der Steilwand unter unsren Füßen hervor, die uns einen gesamten Überblick über das Ansbachtal bot. Alle Hinweise zu dieser felsigen Gegend und ihren damit verknüpften Sagen kann man in der Schutzhütte nachlesen. Nach einem steilen Aufstieg über enge Wanderpfade erreichten wir schnell wieder die nach Spechtsbrunn führende Straße. Am Wandererstützpunkt „Kalte Küche“ fanden wir unsere übrigen Radler bei ihrer wohlverdienten Rast vor. Nachdem wir uns auch gestärkt hatten, setzten wir unsere Fahrt wieder gemeinsam fort in Richtung Kleintettau. Dabei ging es zunächst auf dem sogenannten Dichterweg weiter, bei dem in kurzen Abständen Gedenktafeln zu unseren großen deutschen Dichtern aufgestellt sind. Nach etwa 3,5 km langer Fahrt durch die Rennsteig-Wälder erreichten wir Kleintettau. Am dortigen Tropenhaus machten wir eine weitere Pause, um denjenigen Gelegenheit für eine Besichtigung zu geben, die das Objekt noch nicht kannten. Über Alexanderhütte, dann Schauberg bis zum Abzweig Richtung Heinersdorf mit der Hinweistafel zur ehemaligen Räppoldsburg ging es dann stetig ca. 10,5 km bergab durch das Tettautal. An dieser Stelle wurde dann das Gruppenfoto per Selbstauslöser erstellt, bevor wir auf dem asphaltierten Radweg weiter der Tettau entlang nach etwa 6 km Heinersdorf erreichten. An der Landesgrenze, kurz nach dem als Erinnerung an die Teilung Deutschlands stehen gebliebenen Mauerstück folgten wir nicht der Straße nach Welitsch, sondern bogen rechts ab auf einen gut ausgebauten Feldweg, der dann an der Bahnlinie Saalfeld-Kronach entlang führte. Nach etwa 7 km sind wir im Gewerbegebiet von Stockheim angelangt, wo wir einen kleinen Imbiss aufsuchten, um uns für den Rest der Fahrt nochmal zu stärken. Nach weiteren 3 km hatten wir Haßlach erreicht und von dort aus ging es wieder über Feldwege nach Burggrub und schließlich über den parallel zur B 89 verlaufenden Radweg nach Neuhaus-Schierschnitz. Nach der Ortsdurchquerung radelten wir über die zum Radweg ausgebaute ehemalige Bahnlinie nach Sonneberg, das wir nach den letzten 16 km glücklich erreicht hatten. Damit hatte jeder wieder an diesem schönen Tag mal runde 60 km bis zur jeweiligen Wohnung abgestrampelt!